Den Expertenstandard „Demenz“ anleiten

Den Expertenstandard „Demenz“ anleiten

Im Mittelpunkt des Expertenstandards zur „Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz“ steht das Bedürfnis der betroffenen Menschen nach der Förderung ihrer sozialen und personalen Identität und der Stärkung ihres Personseins. Durch individuelle Interaktions- und Kommunikationsangebote soll ein Beitrag zur Beziehungsgestaltung und damit auch zur Lebensqualität von Menschen mit Demenz geleistet werden. Das gilt natürlich nicht nur für die Langzeitpflege. Gerade wenn sich eine Krankenhauseinweisung nicht vermeiden lässt, bedeutet der Wechsel des Umfeldes Stress für den Erkrankten und häufig auch für das Pflegepersonal in den Kliniken. Auffällig ist, dass in diesem Standard explizit die Berufsgruppe Pflege und nicht der Bereich Betreuung angesprochen wird. Die Politik hat ja in den letzten Jahren eine völlig andere Strategie verfolgt. Weil der Bereich Pflege so belastet ist, wurden in stationären Einrichtungen die Betreuungsassistenten (damals § 87 b, heute § 53 c) eingesetzt. Zunächst nur für die Betreuung demenziell veränderter Menschen, später für alle Bewohner. Der Bereich Pflege sollte sich auf seine „Kernkompetenz“ konzentrieren. Die Annahme, dass für die Betreuung demenziell veränderter Menschen keine besondere Qualifikation erforderlich sei, ist eine fatale Fehleinschätzung der Politik.

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